Pro Jahr erkranken in der Schweiz rund 750 Menschen an Nierenkrebs, das sind etwa 2% aller Krebserkrankungen. Zwei Drittel der Patienten sind Männer, ein Drittel Frauen. Nierenkrebs tritt meistens in höherem Alter auf: 43% der Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnose 50 bis 69 Jahre alt, 46% sind 70 Jahre oder älter.
Die beiden Nieren liegen links und rechts der Wirbelsäule im Bauchraum. Sie filtrieren das Blut und scheiden «Abfallstoffe» des Organismus mit dem Urin aus. Nierenkrebs betrifft fast immer nur eine der beiden Nieren.
Bei Blut im Urin zum Arzt
Heutzutage wird Nierenkrebs häufig per Zufall entdeckt, wenn eine Ultraschall-Untersuchung der Bauchorgane durchgeführt wird. Im Frühstadium bereitet Nierenkrebs kaum Beschwerden. Blut im Urin kann ein erstes Zeichen sein, daher sollte blutiger Urin immer vom Arzt abgeklärt werden.
Entfernung der Niere
Zur Diagnose müssen die Nieren exakt dargestellt werden, zum Beispiel mit Ultraschall, Computertomografie oder einer Röntgen-Darstellung der Blutgefässe.
Nierenkrebs wird fast immer operiert, denn nur durch eine Entfernung des Tumors ist eine Heilung möglich. Wenn der Tumor noch klein ist, wird eventuell nur ein Teil der kranken Niere herausgeschnitten. Bei grösseren Tumoren entfernt man die ganze Niere; die betroffenen Patienten merken davon nach der Operation meistens nichts, weil die zweite Niere alle Stoffwechselfunktionen übernehmen kann.
Bei fortgeschrittenem Nierenkrebs kommen auch medikamentöse Therapien sowie Chemo- und Strahlentherapie zum Einsatz.
Risiko Rauchen
Raucherinnen und Raucher haben ein erhöhtes Risiko für Nierenkrebs. Auch starkes Übergewicht – besonders bei Frauen – vergrössert das Erkrankungsrisiko.
Nierenkrebs bei Kindern
Tritt bei Kindern Nierenkrebs auf, handelt es sich meistens um eine spezielle Art von Krebs, das Nephroblastom. Am häufigsten sind Kinder im Alter von drei bis vier Jahren betroffen. Die Heilungschancen betragen über 90%.